Zahlen und Fakten zum Vorderen Kreuzband

Was Sie schon immer mal zum vorderen Kreuzband wissen wollten erfahren Sie hier bei Sport- und Physiotherapie des Peter Aichner in Bruneck:

Anatomie Vorderes Kreuzband– Die freie Länge des vorderen Kreuzbandes wird mit 31 bis 38 mm, die Stärke mit durchschnittlich 5 mm (± 2 mm) angege-
ben.

– Die Binnenarchitektur des vorderen Kreuzbandes ist kompliziert und besteht mikroskopisch-anatomisch nicht aus parallel ausgerichteten Einzelfasern, sondern aus einer Vielzahl kleiner, umeinander rotierender Faserbündel

– Neben der Funktion zur passiven Stabilisierung kommt den Kreuzbändern auch auf Grund ihres Rezeptorenbesatzes eine wichtige propriozeptive Bedeutung zu. Als „peripheres Sinnesorgan“ sind sie ein wichtiger Bestandteil des neuro-muskulären Rückkopplungsmechanismus und damit von elementarer Bedeutung für die Propriozeption des Kniegelenks

– Die Reißfestigkeit eines vorderen Kreuzbandes:
Erwachsenen (etwa 30 Jahre) – 21602160 N (± 157 N)
Erwachsenen mittleren Alters (etwa 40 – 50 Jahre) – 1503 N (± 83N)
Älteren Menschen ( >60) – 658 N (± 129 N)

– Normale Alltagsaktivitäten belasten das Kreuzband hypothetisch zu etwa 25% und anstrengende Aktivitäten zu etwa 50% seiner Reißfestigkeit.

– Unter extremen Krafteinwirkungen von mehr als 1000 N ist mit strukturellen Schädigungen bis hin zur Bandr uptur zu rechnen.

– Bis zu 95% der Verletzungen des vorderen Kreuzbandes lassen sich ursächlich auf eine Schädigung während sportlicher Aktivitäten zurückführen. Sportarten wie Fußball, Basketball, Handball, Skifahren, Tennis, American Football und allgemein Aktivitäten mit plötzlichen Abstopp- und Drehbewegungen gehen mit einem signifikant erhöhten Verletzungsrisiko einher.

– In bis zu 80% der Fälle akuter VKB-Rupturen kann bereits eine Mitverletzung der Kniebinnenstrukturen, wie etwa des medialen oder lateralen Meniskus, vorliegen

– Patienten mit größeren Sportambitionen, die ihr Aktivitätsniveau beibehalten wollen, profitieren eher von einer operativen Behandlung.

– Als Transplantate werden einerseits das ipsilaterale mittlere Patellarsehnendrittel und andererseits in zunehmender Häufigkeit das drei- oder vierfach gelegte Hamstringtransplantat eingesetzt. Beide Transplantate weisen spezifische Vor- und Nachteile auf und werden als gleichwertige Goldstandard-Methoden angesehen

– Das Transplantat, das eine Sehne war muss sich in einem Umbauprozess (Ligamentisation) zu einer Bandstruktur umbauen lassen. Der volle Umbau kann bis zu 2 Jahre

– Zugbelastung von den Transplataten:
Patellasehne –> 2160 – 2317 N
Hamstring –> 4108 – 4308 n

– Das Transplantat muss mittels Fixationen im Knochen fixiert werden. In den ersten Wochen wird die primäre Stabilität der Kreuzbandrekonstruktion postoperativ von der Transplantatfixierung abhängig gemacht Die Haltekraft der Fixation liegt zwischen 400 und 900 N.

– Im Allgemeinen ist nach dem drittem Monat das Transplantat eingewachsen.

– Aktivitäten un deren Belastung:
Treppe rauf – 67N
Treppe runter – 153N
Aufstehen – 173N
Bergab – 458N
Joggen – 630N
Abbremsen 730N

– Gibt es nach einer Reha immer noch Probleme bzw. unwohles Gefühl obwohl die Kraft wieder erarbeiten wurde muss unbedingt das Sensomotorisches System trainiert und geschult werden.

 

 

Bild: www.orthozentrum.ch

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