Stoßwellentherapie (radial)

Was sind Stoßwellen?

Stoßwellen sind energiereiche Schallwellen, die akustisch wahrnehmbar sind. Sie treten in der Atmosphäre z.B. bei Blitzschlag auf oder wenn Flugzeuge die Schallmauer durchbrechen.

Bereits seit 1980 werden Stoßwellen in der Medizin u.a. zur Auflösung von Nierensteinen eingesetzt. In der modernen Schmerztherapie wird Energie über die Stoßwellen auf die Schmerzzonen im menschlichen Körper übertragen, wo sie heilend auf das Gewebe wirken.

Stoßwellentherapie bei Sport- und Physiotherapie Bruneck

Stoßwellentherapie bei Sport- und Physiotherapie Bruneck

Wie wirkt die Stoßwelle?

Stoßwellen kurbeln den Heilungsprozess im Körper an, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert, der Stoffwechsel verbessert sich und die Durchblutung wird gesteigert. Zudem wirken sie sich günstig auf die Regeneration geschädigter Gewebe und deren Heilung aus.

Wie verläuft eine Stoßwellenbehandlung?

Durch Tastbefund oder Stoßwellenortung wird die Schmerzzone lokalisiert und daraufhin das Krankheitsbild mit dem Patient besprochen.

Um die Stoßwellen ohne Energieverluste in den Körper einzuleiten, wird auf den zu behandelnden Bereich ein Gel aufgetragen. Mit dem Therapiekopf wird die Schmerzzone umkreist, wobei die Stoßwellen  eingeleitet werden.

Wie häufig ist die Behandlung notwendig und wie lange dauert sie?

Je nach Krankheitsbild dauert die Behandlung  zwischen zehn und zwanzig Minuten. Durchschnittlich sind drei bis fünf Sitzungen notwendig bis eine Besserung verspürt werden kann.

Wie erfolgreich ist die Behandlung?

Über 80% der Patienten sind bereits nach ein bis zwei Sitzungen schmerzfrei oder verspüren nur noch deutlich verminderte Schmerzen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Da die Eindringtiefe der radialen Stoßwellentherapie geringer ist als bei der konventionellen Stoßwellentherapie, kann bei tief gelegenen Strukturen weniger Energie appliziert werden.

  • Epicondylopathia humeri radialis/ulnaris (Tennis- oder Golferellenbogen): Schmerzen bei Überlastung der Sehnenansatzpunkte.
  • Dorsaler Fersensporn/Kalkaneussporn – knöcherne beziehungsweise dornartige Ausziehung an der Ferse infolge einer Überbeanspruchung von Sehnen
  • Patellaspitzensyndrom – schmerzhafter imflammatorischer Prozess (Entzündung) im Bereich des Ursprungs der Patellasehne des Knies an der Spitze der Kniescheibe, bei der sich ein Fragment (Knochenstück) aus der Patella (Kniescheibe) lösen und nekrotisieren (absterben) kann.
  • Tendinosis calcarea der Schulter (Kalkschuler) – Kalkeinlagerung zumeist im Bereich der Ansatzsehne des Musculus supraspinatus; oft spontan regredient (spontan nachlassend).
  • Triggerpunktbehandlung bei muskulären Erkrankungen in der Orthopädie – Triggerpunkte sind lokal begrenzte Verhärtungen der Skelettmuskulatur, die druckempfindlich und schmerzhaft sind.

Weltneuheit: Faszientherapie mit Stoßwellen

Die von STORZ MEDICAL AG entwickelten Applikatoren ermöglichen mit dem Einsatz der  Stoßwellentechnologie die Behandlung eines sehr großen indikationsspektrums.

Faszien sind bindegewebige Strukturen, die den ganzen Körper durchziehen. Die amerikanische Bio-Chemikerin Ida Rolf befasste sich erstmals in den 50er Jahren mit den Faszien: Laut ihr spielen bei Muskelverspannungen das Bindegewebe bzw. die Faszien die wesentliche Rolle statt die Muskeln selbst. Folglich entstand das Rolfing, eine manuelle Körperarbeit, die auf das Fasziennetz des menschlichen Körpers wirkt. Nach dem heutigen Wissensstand überziehen die Faszien alle Muskeln und Organe. Erst durch sie können die Muskeln ihre volle Kraft übertragen. Faszien bestehen vor allem  aus Nervenenden, Rezeptoren und Lymphflüssigkeit und umspannen so den Körper wie ein Netz.

Da Faszien flexibel und veränderbar sind, unterstützen sie den Körper bei all seinen Bewegungen und tragen zur Aufrichtung des  Körpers bei. Sie sind die elastische Hülle, die dem gesamten Körper seine anatomische Form verleiht. Bei Patienten mit muskulären Schmerzzuständen sind die Faszien im jeweiligen Bereich meist stark verändert bzw. verdickt. Durch eine verminderte Elastizität und erhöhte Steifigkeit der Faszien wird die Reizung erhöht und die dadurch bedingte reduzierte mechanische Funktionalität führt zu einer Begünstigung von muskulären Schmerzen. Stress hat ebenso einen Einfluss auf die Faszien (z.B.Versteifung im Hals-Nacken-Bereich). Entzündungen, chronische Schmerzen oder Immunschwäche können die Folge von dauerhaft versteiften Faszien sein, da sie spröde und hart werden.

Durch die spezielle Form der Applikatoren von STORZ MEDICAL  und den abgegebenen Druck sollen die verklebten Stellen auf patientenschonende Weise aufgelöst und so Schmerzen vorgebeugt oder beseitigt werden.  Die Faszienapplikatoren sind für Behandlungen im Rücken-, Becken-, Schulter-Nacken-Bereich, am Hand- und Fußrücken sowie an/unter Knochenkanten einsetzbar.

Anwendungsgebiete

  • Faszienbehandlungen
  • Allgemeine Behandlung des Bewegungs- und Stützapparates
  • Funktionelle Bewegungseinschränkungen
  • Muskuläre Schmerzzustände

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Die Faszienapplikatoren von STORZ MEDICAL

Peri-ACTOR® »knuckle«: Mit dem »knuckle«-Applikator wird der Knöchel der menschlichen Hand imitiert. Der Applikator soll beispielsweise die Rückenfaszie, Plantarfaszie oder die Faszien im Schulter-Nacken-Bereich  ausstreichen.

Peri-ACTOR® »scoop«: Mit dem »scoop«-Applikator, ähnlich einer Schaufel, können alle Bereiche behandelt werden, die sich an bzw. unter den Knochenkanten befinden.

Peri-ACTOR® »sphere«: Mit dem »sphere«-Applikator kann man sowohl punktuell als auch in einem kleinen Behandlungsgebiet die Faszien bearbeiten. Gute Einsatzgebiete sind z. B. die HWS, die Plantarfaszie, der Fußrücken und der Handrücken.

Peri-ACTOR® »scraper«: Mit dem »scraper«-Applikator, ähnlich einem Schaber, kann man großflächig alle Faszien des Bewegungsapparates bearbeiten.