Slackline in der Physiotherapie

slacklineSlacklinen hat sich in den letzten Jahren zu einer populären Freizeitaktivität entwickelt. Ihren Ursprung hat die Slackline den Kletterern im Yosemite-Nationalparrk (Kalifornien) zu verdanken. In den 70er Jahren verbrachten sie ihre Zeit damit, auf Absperrketten und -tauen zu balancieren und legten so den Grundstein für das Slacklining. Mit der Zeit wurden neue Materialien gesucht um sich mit steigendem Können neuen Herausforderungen zu widmen. Im Laufe der letzten Jahre hat der “Trend auf dem schlaffen Band” auch außerhalb der Kletterszene Gefallen gefunden und entwickelt sich zunehmend zu einer eigenständigen Sportart. Mit steigender Verbreitung und zunehmendem medialen Interesse lernen immer mehr Menschen die Faszination um das Gleichgewicht auf dem Band kennen. Dank den vielseitigen Möglichkeiten, die das Slacklinen bietet, ist das Zielpublikum breit gefächert, von Action-Liebende bis Personen mit mediativen Charakter die beim balancieren im Wald hervorragend vom Alltag abschalten und ihren inneren Fokus finden können. Durch diese Vielseitigkeit ist die Slackline als Therapie- und Trainingsgerät schon lange kein Geheimtipp mehr. Mit verschiedenen Zielen, wie Kräftigung, Sensomotorisches Training, Koordination, Gleichgewicht oder Haltungsschulung kann man sie in allen Bereichen der Physiotherapie anwenden. Mit der Slackline ist bei geringem Aufwand ein breites Therapiespektrum abgedeckt.

Slacklining verbessert die Koordinativen Fähigkeit
-Im Spitzensport, in Therapie und als Prävention –
Die Sensomotorik, also das Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Leistungen, wird beim Slacklinen in höchstem Masse trainiert. Dadurch wird nicht nur  das Gleichgewicht verbessert, es treten auch viele weitere positive Entwicklungen auf.  Ein Training auf der Slackline verbessert die Explosivkraft und somit auch die Sprungkraft. Dies ist auf eine verbesserte sensomotorische Ansteuerung zurückzuführen. In anderen Worten: In kürzerer Zeit werden mehr Muskelfasern rekrutiert und damit ideal für Kraft-und Ausdauersportler. Durch sensomotorisches Training werden zudem die Gelenke stabilisiert. Diverse Studien konnten bereits zeigen, dass Gleichgewichtstraining die Verletzungsanfälligkeit beim Sport deutlich senkt. Im Vergleich zu anderen Balance-Trainingsgeräten wie Wackelbrettern oder Therapiekreiseln, macht die Slackline zudem noch Spaß.

Slackline verbessert die Kognitiven Fähigkeiten
– Bei der Arbeit, in der Schule und bei psychischen Problemen –
Koordinativ anspruchsvolle Bewegungen wirken sich positiv auf unsere kognitiven Fähigkeiten aus. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der auch für eine bewegte Schule und für bewegte Pausen spricht. Eine Studie der ETH Zürich untersuchte den Einfluss eines vierwöchigen Slacklinetrainings auf die Kognition. Dabei zeigte sich eine anhaltende Verbesserung der kognitiven Verarbeitung. Auch wurden Hinweise auf eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit gefunden. So wird die Slackline bei ADHS, Burn-Out oder anderen Aufmerksamkeitsstörungen eingesetzt. Aber auch bei anderen psychischen Erkrankungen wie z.B. bei Depressionen ist als Ergänzung der psychologischen Betreuung eine Slackline-Therapie sehr empfehlenswert.

Slackline das Plus was zu Erfolge führt
– In der Therapie und im Sport, physisch und psychisch –
Ganz egal mit welchem Ziel man mit der Slackline arbeitet, eines haben Sie alle gemeinsam: Mit ein wenig Geduld und der richtigen Technik kann man sich schnell verbessern. Bei den ersten paar Versuchen hat man zwar das Gefühl, dass es niemals funktionieren wird. Doch mit dem richtigen Set-Up und den richtigen Tipps stellen sich schon nach wenigen Stunden erstaunliche Erfolge ein. Dieser schnelle Erfolg hält die Motivation hoch so dass ein weiteres üben/trainieren nicht mehr schwer fällt. Fundamental ist die Motivation im Sport, doch viel wichtiger etabliert sie sich in der Rehabilitation. Ein Erfolgserlebnis nach einer Verletzung mit langwieriger Rehabilitation ist Balsam für die Seele und äußert sich positiv auf Schmerz, Motivation und Psyche.

Slackline als neue Chance
– um das Gesundheitssystem zu entlasten –
Das Bewegungsverhalten unserer Gesellschaft hat sich gegenüber früher deutlich verändert. Die koordinativen Fähigkeiten der Schüler haben sich drastisch verschlechtert. In diesem Bereich besteht dringender Handlungsbedarf. Anstatt Bewegung zu fördern wird vorgeschrieben wie leicht der Schulrucksack sein muss und oben drein wird noch der Turnunterricht gestrichen. Da kommt die Slackline wie gerufen. Ein gro?er Vorteil der Slackline gegenüber herkömmlichen Gleichgewichts- Trainingsgeräten ist der größere Spassfaktor den sie bietet. Dadurch bleiben die Kinder über längere Zeit motiviert ihr sensomotorisches Training durchzuführen, was zu einer nachhaltigeren Prävention führt. Die Kinder bekommen Spaß am Bewegen, haben Erfolgserlebnisse und tun gutes für Ihre Haltung und Gelenksstabilität. Frühzeitige Bandscheibenprobleme, Hüft und Kniearthrosen könnten Geschichte sein.

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