Die japanischen Wunderstreifen

Zuerst waren sie nur an den Körpern von Profisportler zu sehen. Sie haben sich aber durchgesetzt und nun werden sie neben dem Spitzensport auch in den meisten Arzt- und Physiotherapiepraxen angewandt. Sie wissen nicht was ich meine??
 – EM Halbfinale Deutschland gegen Italien. Die Pose nach seinem 2:0 ging um die halbe Welt. Und mit dem Foto der Pose auch die blauen Streifen auf seinen Rücken. Die Kinesiotapes! –

indexSie bestehen aus fein gewebter Baumwolle mit einem dünnen Film Acrylkleber und werden wie eine zweite Haut an die Muskeln/Sehnen und Bänder geheftet. Die Streifen sind atmungsaktiv und elastisch haben aber KEIN Medikament in sich!!! Der japanische Erfinder Kenzo Kase war auf der Suche nach einem Weg Schmerzen ohne Medikamente lindern zu können.
Die ersten Versuche mit seinen Tapes machte Kase 1979 an Sumo-Ringern und hatte Erfolg.  Zwischen der Epidermis und der Dermis, also den ersten beiden Hautschichten, befinden sich die Schmerzsensoren. Durch die Tapes gelingt es die erste Hautschicht anzuheben. Dadurch kommt es zu einer Druckentlastung und Mehrdurchblutung in der verletzten Region.

Aber helfen die Kinesio-Tapes auch wirklich?
Die Zahl der persönlichen Berichte über Erfolge mit Kinesio-Tapes ist groß. Viele schwören darauf, insbesondere bei Spitzensportlern sind die japanischen Wunderstreifen seit vielen Jahren hoch im Kurs.

Es gibt auch die andere Seite der Kinesiotapes: als Humbug und nutzlos werden sie abgestempelt. Die wissenschaftlichen Studien seien nicht ausreichend!

983583_169179566587504_1800609189_nAls Firlefanz abtun sollte man die bunten Kinesio-Tapes deshalb nicht. Klaus Bös, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sieht das so: „Obwohl bisher wissenschaftliche Studien fehlen, gibt es mit Sicherheit Anhaltspunkte dafür, warum man das mit dem Kinesio-Taping macht. Entscheidend ist nicht nur, was der Arzt sagt, sondern was der Patient fühlt.“ Diesen scheint es mit den japanischen Klebestreifen oft besser zu gehen.

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