Die Inneren Heiler. Sei Dir Selbst-bewusst

„Wenn wir optimistisch sind, uns geliebt und getragen fühlen und mit unserem Beruf im Fluss sind, tritt die Entspannungsreaktion an die Stelle der Stressreaktion und unserer Gesundheit steht nichts mehr im Wege“, erklärt Dr. Rankin. US-Ärztin
Aber die Menschen in der heutigen Zeit erwarten ihre Heilung von außen, von künstlichen äußeren Hilfsmitteln, ohne wesentliches eigenes Zutun.
Ohne die Wirksamkeit der Medikamente zu unterschätzen sehe ich ein großes Problem im Maschinendenken. Die Einstellung der heutigen Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, zu jeder Lösung mindestens ein Problem zu finden, statt das eigentlich Sinnvolle zu tun: Das Probleme naturorientiert zu lösen.
Wir lähmen uns so selbst und machen uns unnötig Krank. Das Bewusstsein in den Industriegesellschaften ist krankheitsfixiert, geprägt von Angst, Ersatzhandlungen und Verdrängung.
„Die moderne Medizin hat derartige Fortschritte gemacht, dass es praktisch keine gesunden Menschen mehr gibt.“ Aldons Huxley

Diesen Text schreibe ich, da ich vor kurzem in meiner Praxis für Sport und Physiotherapie in Bruneck einen Fall hatte, dem wahrscheinlich die Erläuterung von 3 Worten zur Heilung half.
Die etwas ältere Dame erholte sich nach einem leichten Schleudertrauma nicht mehr. Schwindel, Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit waren an der Tagesordnung. Sie rannte von Untersuchung zu Untersuchung um mögliche organische Probleme auszuschließen. Dieses krankheitsfixierte Denken brachte Sie so weit, dass Sie glaubte einen Tumor zu haben. Diese Ungewissheit und fehlende Selbsteinschätzung produzierte dermaßen viel Stress, dass Sie vom Schmerzkreislauf alleine nicht mehr herausgekommen wäre.
Ich versuchte Ihre Selbstheilungskräfte zu reanimieren. Denn die Heilung sei nicht wie viele glauben Aufgabe vom Arzt oder komme von den Medikamenten. Nein Heilung kommt zu größten Teil von einem Selbst.
Selbstverständlich behaupte ich nicht, dass aus Gedankenkraft ein fehlgestellter Knochenbruch wieder gerade wird. Hier und bei vielen anderen Verletzungen/Krankheiten braucht es absolut die heilenden Hände des Arztes. Aber für die eigentliche Heilungsphase sind die Kräfte aus dem Selbst entscheidend wichtig. Ein offener Bruch braucht zwar die ärztliche Versorgung mit Schrauben und Platten. Die eigentliche Knochenheilung muss aber der Körper selbst erledigen. Kein Medikament und kein Arzt der Welt kann diese Arbeit übernehmen.
Ich schrieb an das Glasboard in meiner Praxis folgende 3 Wörter:
Ziel – Vertrauen – positive Gedanken

Ziel-Vertrauen-positive Gedanken

1. Ziel: ein klares Ziel vor Augen macht den ersten Schritt einfacher. Das wichtigste vom Ziel ist das Warum! Warum will ich das Ziel erreichen? Ein Ziel mit einem starken überzeugenden Warum erreicht man.
2. Vertrauen: Mit Vertrauen ist das Vertrauen zu den Mitmenschen, zur Genesung und zu sich selbst gemeint. Patienten, die auf ihre Genesung vertrauen, bilden mehr Immunzellen. Umgekehrt führt ein Gefühl von Hilflosigkeit zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons ACTH und damit zu einer Abschwächung der Antikörperproduktion. Die Folge ist schlechte Selbstheilung.
Vertrauen in sich selbst hat für mich etwas mit Eigenakzeptanz und Selbstbewusstsein zu tun. Mit Selbstbewusstsein ist nicht das Durchsetzungsvermögen im verbreiteten Konkurrenzkampf gemeint sondern Selbst-Bewusstsein; also das Bewusstsein vom eigenen Leben, eigenen Sinn und eigenen Körper. Die – heute – übliche Hektik und Konkurrenz schwächt das Selbst-Bewusstsein und manipuliert es.
Wie gut sind Sie Ihrer Selbst bewusst?
– Kennen Sie Ihre persönliche Entspannungsmethode?- Ist Ihnen bewusst, an welchem Platz in Ihrer Wohnung Sie sich am wohlsten fühlen?
– Kennen Sie bestimmte Speisen und Getränke die Ihnen besonders gut bekommen?
– Haben Sie eine Lieblingssportart?
– Können Sie sagen, was Ihnen persönlich hilft, bei einer „normalen Erkältung“ schnell wieder gesund zu werden?
– Ist Ihnen klar, Was Sie brauchen, um gut zu schlafen?
– Sorgen Sie für regelmäßige Erholungspausen?
– Haben Sie sich schon mal gefragt, was Sie im Alltag ändern können, um weniger Stress zu haben?
– Merken Sie es rasch, wenn Sie krank werden?
– Ist Ihnen bewusst, wie angestrengt (oder auch entspannt) Ihr Leben gerade ist?
– Nehmen Sie Ihr Leben als Herausforderung wahr, die Sie selbst gestalten können?

Je mehr Fragen Sie mit Ja beantwortet haben, desto mehr sind Sie sich Selbst bewusst und desto besser nutzen Sie Ihre Selbstheilungskräfte ganz instinktiv.
3. Positives Denken: Lange Zeit sah man, dass die Psyche einen Krank machen kann. Wieso sollte die Psyche also nicht auch Gesund machen können? Wenn man Menschen beibringen könnte, optimistischer zu denken, könnte das eine neue Waffe im Arsenal der Ärzte werden. Denn mittlerweile weiß man, dass zuversichtliche Menschen sich schneller von Operationen erholen, einen niedrigeren Blutdruck haben und seltener depressiv werden. Alleine das wäre Grund genug positiv zu denken, aber es geht noch weiter: Optimisten schütten weniger Stresshormone aus weil sie gelassener auf Stress reagieren und ihre Immunsystem bildet mehr Abwehrzellen bei einer Infektion. „Mit dieser Macht, die in uns allen steckt, lassen sich zwei Drittel aller Krankheiten in ihren Auswirkungen mildern“, sagt Professor Wolfram Schüffel, Leiter der Klinik für Psychosomatik an der Universität Marburg, „wenn nicht gar verhindern.“ Fest steht: Gedanken und Gefühle haben einen viel größeren Anteil an unserer Gesundheit, als Wissenschaftler es lange für möglich hielten.

Eine der wichtigsten Aufgaben für mich in der Physiotherapie ist es, den Körper und Geist des Patienten so weit zu unterstützen, dass die Selbstheilungskräfte in Gange kommen. Mal braucht es eine Massage, mal braucht es eine manuelle Therapie und Mal braucht es ein „einfaches“ Gespräch…

Kommentare sind geschlossen.